Systemische Arbeit

Die systemische Arbeit betrachtet die Verbindungen im Familiensystem. Das Familiensystem ist eine Gruppe von Menschen, die durch Blutsverwandtschaft, Adoption oder Ehe miteinander verbunden sind und eine Familie bilden. Es umfasst normalerweise Eltern und ihre Kinder, aber es kann auch andere Verwandte wie Großeltern, Onkel, Tanten und Cousins oder Cousinen umfassen.
Es hat einen enormen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Entwicklung seiner Mitglieder. Die Interaktionen innerhalb des Familiensystems können die emotionalen, psychischen und sozialen Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder beeinflussen und Formen von Verhalten und Kommunikation hervorbringen, die sich im Laufe der Zeit verfestigen können. Als Resultat dessen, kann unser inneres Kind (Erfahrungen aus der Kindheit) emotionale Themen entwickeln, welche als erwachsene Person nicht mehr gesehen werden. Nur zu häufig steht unser inneres Kind am Steuer unseres Lebens und fährt regelmäßig im Zick-Zack-Kurs auf Klippen zu. Daher ist es wichtig das eigene Steuer zu übernehmen und als erwachsene Person die Richtung vorgeben.

Die unsichtbaren Bande der Familie sind wie ein unsichtbares Netz, das uns auffängt, uns stützt und uns immer wieder zusammenführt, egal wie weit wir auseinander sein mögen.

Negativer
Einfluss

Leider ist der Einfluss des Familiensystems nicht immer zu unserem Besten. Gefühle, Wünsche, Schuld und Verhaltensweisen werden durch das Familiensystem beeinflusst. Ausrücke wie „Du verhältst dich wie deine Mutter“ sind die Folge von Verstrickungen bzw. Dynamiken im Familiensystem, welche einen negativen Einfluss auf das eigene Leben haben.

Des Weiteren können Probleme der Ordnung auftreten. Das einfachste Beispiel ist die Reihenfolge unter Geschwistern. Wird das jüngste Geschwisterkind durchgängig bevorzugt, oder steht das älteste Geschwisterkind an seiner 1. Stelle im System? Solche Störungen der Ordnung innerhalb einer Familie, können sich in großem Maße auf das Wohlbefinden der Einzelpersonen auswirken.

Praxisbeispiel systemische Arbeit

Eine Klientin berichtet von Existenzängsten. Auf Arbeit hat sie das Gefühl keine Fehler machen zu dürfen, da sie sonst gekündigt werden könnte, vielleicht keine Arbeit mehr findet und ihr Leben aus der Bahn gerät. Obejktiv betrachtet kann sie aufgrund der Größe des Unternehmens nicht einfach gekündigt werden. Dennoch kann sie dem Gedankenkarusell und dem damit verbundenen Druck nicht entkommen.

Der kinesiologische Muskeltest zeigt sich eine Identifikation mit der eigenen Mutter. Diese verlor ihren Arbeitsplatz und ist seit dem arbeitslos. Die Unzufriedenheit der Mutter wirkte sich auch auf die Beziehung zum Vater der Klientin aus, was zur Scheidung führte. Durch die Identifikation mit der eigenen Mutter, projeziert die Klientin das Schicksal ihrer Mutter auf ihr Eigenes.

In diesem Fall ist es das Ziel die Identifikation mit der eigenen Mutter zu lösen und den Unterschied zum eigenen Lebensweg im Unterbewusstsein zu verankern. Dafür wurde eine Aufstellung auf geistiger Ebene gemacht, wobei es nach der Aktivierung und Bearbeitung des Themas zu einem tiefen Yin-Zustand (Entspannungszustand) kam. Nach 3 Wochen berichtete die Klientin von innerer Ruhe am Arbeitsplatz und positiverer Einstellung hinsichtlich ihrer eigenen Zukunft.

In diesem Fall war eine Lösung schnell möglich. Leider trifft das nicht auf jede Problemstellung zu, weshalb auch mehrere Schritte notwendig sein können.